(Be-)Deutungsansprüche in qualitativer Forschung

Posterpräsentationen

 

Rekonstruktive Methdodik aus postkolonialer Perspektive – Wie rekonstruktive Forschungsmethoden für eine kritische Migrationsforschung nutzbar gemacht werden können


Katharina Hametner (Wien)

 

 

Zielsetzung rekonstruktiver Sozialforschung ist es im verstehenden Nachvollzug den Relevanzen und dem Handlungswissen von Menschen in ihrer Alltagswelt auf die Spur zu kommen. Dabei sollen gesellschaftliche Verhältnisse bzw. der Prozess ihrer Herstellung beleuchtet werden, indem diese über die Rekonstruktion latenter, handlungsleitender Orientierungen nachvollzogen werden. Insofern in diesem Nachvollzug nicht so sehr die subjektiven Deutungen der Subjekte als vielmehr die Art und Weise wie sich als kollektiv vermittelt konzipierte Erfahrungsstrukturen in die Lebenssituationen einschreiben im Fokus stehen, enthält die rekonstruktive Vorgehensweise prinzipiell ein kritischer Anspruch. Allerdings beziehen sich rekonstruktive Ansätze zumeist nicht explizit auf einen (gesellschafts)kritischen Theorierahmen, der hegemoniale Verhältnisse problematisierbar macht und auf die Veränderung dieser Verhältnisse zielt. Vorliegende Forschungsarbeiten liefern zwar präzise Analysen von Handlungspraktiken, eine kritische Perspektivierung, die z.B. Machtverhältnisse in den Blick bekäme, bleibt dagegen zumeist aus.


Was bedeuten die angerissenen Schwierigkeiten nun für eine mit rekonstruktiver Methodik arbeitende kritische Migrationsforschung? In meinem Posterbeitrag möchte ich beleuchten welche Aspekte rekonstruktiver Methodologie diese dennoch für eine kritische Migrationsforschung nutzbar erscheinen lassen. Gleichzeitig werde ich die Grenzen einer bloß methodologischen Positionierung herausarbeiten und in diesem Zusammenhang zeigen, wie diesen Begrenzungen durch die Anbindung an einen postkolonialen Theorierahmen begegnet werden kann. Konkretisieren möchte ich dies anhand von Beispielen aus meiner Doktorarbeit zu Rassismuserfahrungen ‚österreichisch-türkischer‘ Frauen.

 


Poster Presentation Hametner
Poster_Methodenkritik 2012_Hametner.pdf
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